Stress Relaxation Time SRT BiAxis Laser Made in Germany by HLS Foto Copyright Doctare Laser 2026
Pico-Laser: Warum die SRT der TRT physikalisch überlegen ist
Laser-Induced Optical Breakdown (LIOB) Ein zentraler Wirkmechanismus Foto Copyright MarcQuebec Getty Images canva for Doctare Laser 2026
Laser-Induced Optical Breakdown (LIOB) – Ein zentraler Wirkmechanismus
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Pico-Laser: Warum die SRT der TRT physikalisch überlegen ist
Laser-Induced Optical Breakdown (LIOB) Ein zentraler Wirkmechanismus Foto Copyright MarcQuebec Getty Images canva for Doctare Laser 2026
Laser-Induced Optical Breakdown (LIOB) – Ein zentraler Wirkmechanismus

Pikosekunden- vs. Nanosekunden-Laser bei der Tattooentfernung

Physikalische Grundlagen, klinische Evidenz und Empfehlungen für die Arztpraxis

Die Tattooentfernung mit Laser ist heute ein zentraler Bestandteil moderner dermatologischer und ästhetischer Praxen, Kliniken und Laser-Studios.

Dabei stehen zwei Technologien im Vordergrund. Nanosekunden-Laser und Pikosekunden-Laser.

Beide Methoden basieren auf dem Prinzip der selektiven Photothermolyse, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer physikalischen Wirkweise, Effizienz bei der Pigmentzertrümmerung und im Nebenwirkungsprofil.

Für Ärzte, Praxen und spezialisierte Laserzentren ist es entscheidend zu verstehen, welche Technologie für welche Indikation optimal ist.

Physikalische Grundlagen und Wirkmechanismen

Die selektive Photothermolyse beschreibt, dass die Zielstruktur eines Lasers zerstört werden kann, während das umliegende Gewebe weitgehend unversehrt bleibt, sofern die Pulsdauer kürzer ist als die thermische Relaxationszeit des Ziel-Chromophors.

Tattoo-Pigmente sind chemisch heterogen und sowohl intrazellulär als auch extrazellulär in der Dermis verteilt, was ihre Entfernung technisch anspruchsvoll macht.

Adäquate gütegeschaltete (Q-switched) Nanosekunden-Laser (Nano-Laser) arbeiten mit Pulsdauern zwischen 5 und 20 Nanosekunden.

Innerhalb dieser Zeit tritt eine Mischung aus photothermischem und photomechinschem Effekt auf, wobei thermische Belastung für das umliegende Gewebe entsteht.

Pikosekunden-Laser (Pico-Laser) arbeiten hingegen mit Pulsdauern von unter 1 Nanosekunde mit 300 bis 900 Pikosekunden, was die Pulsdauer deutlich unterhalb der thermischen Relaxationszeit der Pigmentpartikel bringt.

Der extrem kurze Energieeintrag erzeugt primär einen photoakustischen Effekt, wodurch Pigmente sehr fein fragmentiert werden und thermische Schäden im Hautgewebe minimiert bleiben.

Dr. Kenichiro Kasai konnte bereits  2017 mit seiner Arbeit zeigen, dass Pico-Laser die Pigmentfragmentierung deutlich feiner ermöglichen und gleichzeitig die Gefahr thermisch bedingter Gewebeschädigungen reduziert wird, insbesondere bei multicolor Tätowierungen.

Was ihm an dieser Stelle noch nicht bewusst war, ist, dass vor allen Dingen die veränderte Größe von Tattoo-Pigmenten in den heutigen Hightech-Dispersionen (Tattoo Inks) seit den letzten Jahren stark verändert hat, was ebenfalls ausschlaggebend für den Erfolg der Pico-Laser relevant ist. Dazu aber an anderer Stelle bald mehr.

Klinische Unterschiede und Behandlungseffizienz Pico vs. Nano

Die Effizienz der Pigmentzertrümmerung entscheidet maßgeblich über den Behandlungserfolg. Pikosekunden-Laser fragmentieren Pigmente so fein, dass Makrophagen sie effizient abtransportieren können.

Dies reduziert die Anzahl notwendiger Sitzungen und minimiert dazu Risiko postinflammatorische Reaktionen.

Nanosekunden-Laser sind weiterhin bei schwarzen Tattoos effektiv, stoßen jedoch bei modernen Farb-Pigmenten und mehrfach überstochenen Tattoos an physikalische Grenzen.

Sowohl in Bezug auf die Effizienz der Tattooentfernung als auch auf die Sicherheit für die Haut.

Vergleichstabelle Pikosekunden- vs. Nanosekunden-Laser

Blaue, weiße, grüne und braune Tattoo- und PMU-Farben gelten als besonders kompliziert und teils therapieresistent, da sie bei den Nd:YAG Wellenlängen eine geringe Absorption aufweisen und häufig aus stabilen, an-/organischen oder metallhaltigen Azo- oder Naphthol-Derivaten bestehen.

Nano-Laser führen hier oft nur zu unvollständiger Fragmentierung mit Restpigmenten.

Hohe Impuls-Temperaturen beinhalten zudem ein  höheres Risiko von biologisch-chemischer Umwandlung der Pigmentstruktur (Oxidation, Reduktion, Farbparadox).

Pico Nd:YAG Laser wirken bei korrekter Handhabe und Anwendung weitgehend unabhängig von der chemischen Pigmentstruktur, da der dominante Effekt photoakustisch ist.

Dadurch lassen sich auch stark kristalline oder wenig absorbierende Pigment-Farbvarianten behandeln.

Das Ergebnis sind Aufhellungen auch von Nd:YAG-Wellenlängen kontraindizierten Tätowierfarben, weniger „Ghost-Tattoo“ und eine geringere Restschattenbildung.

Pikosekunden-Laser

  • Pulsdauer: Pikosekunde (ps) bzw. < 1 ns
  • Wirkprinzip: photoakustisch
  • Pigmentfragmentierung: sehr fein
  • Wärmeausbreitung: minimal
  • Gewebeschonung: hoch
  • Schwierige Farben: sehr gut behandelbar
  • Sitzungsanzahl: häufig geringer
  • Risiko Hypopigmentierung: reduziert
  • Technologischer Stand: aktuell

Nanosekunden-Laser

  • Pulsdauer: Nanosekunde (ns) 5 - 20
  • Wirkprinzip: photothermisch/ -mechanisch
  • Pigmentfragmentierung: grob
  • Wärmeausbreitung: deutlich
  • Gewebeschonung: eingeschränkt
  • Schwierige Farben: limitiert
  • Sitzungsanzahl: häufig höher
  • Risiko Hypopigmentierung: erhöht
  • Technologischer Stand: etabliert

Wirtschaftliche und praxisrelevante Bewertung

Für Praxen und Laserzentren, die Tattooentfernung und Permanent Make-up Entfernung strukturiert anbieten, ist der Einsatz eines Pikosekunden-Lasers ökonomisch und klinisch sinnvoll.

Die Technologie reduziert die Anzahl der Sitzungen, steigert die Patientenzufriedenheit und ermöglicht reproduzierbare Ergebnisse.

Nanosekunden-Laser bleiben wirtschaftlich tragfähig, wenn überwiegend einfache, schwarze oder rote Tattoos / PMUs behandelt werden, andere Indikationen im Fokus stehen oder die Behandlungsfrequenz gering ist.

Rein aus Sicht des Praxis-Marketings muss man berücksichtigen, dass der Großteil der Kunden und Patienten heute gezielt nach Pico-Behandlungen sucht.

Alleine schon vor dem Hintergrund, dass dem Pico-Laser ein geringeres Schmerzempfinden bei der Tattooentfernung bestätigt wird, schadet es der eigenen ärztlichen Expertise sicherlich nicht auf den aktuellen Goldstandard im Praxis-Laserpark aufzurüsten.

Wer eine Entscheidungshilfe sucht, ob BiAxis Pico oder Nano Laser, den unterstützen wir sehr gerne >>  

Studien und Evidenzbasis

Die Unterschiede zwischen Pikosekunden- und Nanosekunden-Lasern sind physikalisch und klinisch belegbar.

Anderson und Parrish (1983) legten die theoretische Grundlage der selektiven Photothermolyse.

Ross et al. (1998) dokumentierten die Wirksamkeit klassischer Q-switched Nanosekunden-Laser bei schwarzen Tattoos, wobei Limitierungen bei Farb-Pigmenten sichtbar wurden.

Kasai et al. (2017) bestätigten klinisch die Überlegenheit der Pikosekunden-Technologie bei modernen, farbigen Pigmenten und gutartigen pigmentierten Hautläsionen.

Fur-Jiang Leu et al. (2021) verglich Pico vs Nano Laser bei der Tattooentfernung am Tiermodell.

Wer bei PubMed mal recherchieren möchte - es gibt mittlerweile zahlreiche Arbeiten und ausführliche Reviews zum Thema. 

 

Häufig gestellte Fragen

Kurz und nicht allumfassend beantwortet
1Was ist der Unterschied zwischen Pikosekunden- und Nanosekunden-Lasern?
Pikosekunden-Laser arbeiten mit ultrakurzen Impulsdauern unter 1 Nanosekunde und erzeugen primär einen photoakustischen Effekt, während Nanosekunden-Laser stärker thermisch wirken und die Pigmente gröber fragmentieren.
2Welche Tattoos lassen sich mit Pikosekunden-Lasern besser entfernen?
Moderne, farbige und mehrfach überstochene Tattoos sowie kosmetische Permanent Make-up Pigmente werden bei korrekter Handhabe des Lasers effizienter fragmentiert und gewebeschonender behandelt.
3Ist der Einsatz eines Pico-Lasers wirtschaftlich für meine Praxis?
Ja, insbesondere wenn regelmäßig farbige oder komplexe Tattoos entfernt werden und reproduzierbare Ergebnisse angestrebt werden. Zudem sind die meisten Pico Nd:YAG Laser mit einem MLA Aufsatz oder Handstück ausgestattet, was eine nicht-invasive, nicht-ablative Fractional-Behandlung ermöglicht.