Pikosekunden oder Nanosekunden Laser?

Eine fundierte Entscheidungshilfe für Arztpraxen

Unsere Einordnung vorne weg

Die Frage ob „Pikosekunden- oder Nanosekunden-Laser?“ ist keine Glaubensfrage und auch keine reine Budgetentscheidung.

Sie ist eine technisch-medizinische Abwägung, die sich aus Indikation, Pigmentologie, Patientenklientel und wirtschaftlicher Realität ergibt.

Wer diese Ebenen nicht sauber trennt, kauft entweder fehldimensioniert oder technisch am Bedarf vorbei.

Physikalischer Ausgangspunkt: Laser-Impulsdauer ist kein Marketingbegriff

Der zentrale Unterschied zwischen Nano- und Pico-Lasern liegt in der Impulsdauer und damit im dominierenden Wirkmechanismus.
 
Nanosekunden-Laser arbeiten im Bereich von mehreren Nanosekunden (z.B. 5 - 20 ns). Also Milliardsteln einer Sekunde. Die Energieeinwirkung liegt zeitlich nahe oder oberhalb der Thermischen Relaxationszeit (TRT) vieler Pigmentpartikel.
 
Das Ergebnis ist eine Kombination aus photothermischem und relevantem photomechanischen Effekt.
 
Pigmente werden fragmentiert, jedoch vergleichsweise grob, und es kommt zu messbarer Wärmeausbreitung im umliegenden Gewebe.
 
Pikosekunden-Laser unterschreiten dieses TRT-Zeitfenster mit ihren Billionsteln einer Sekunde kurzen Impulsen deutlich und arbeiten im Bereich von Stress Relaxationszeit (SRT).
 
Pico Impuls-Energie wird extrem ultrakurz in die Haut eingebracht, wodurch der photoakustische Effekt dominiert. Hinzu kommt der wichtige Laser-Induced Optical Breakdown (LIOB).
 
Pigmente werden deutlich feiner zertrümmert, während thermische Nebenwirkungen reduziert bleiben.
 
Das ist bei professionellen und "echten Pico-Lasern kein Marketingversprechen, sondern physikalisch nachvollziehbar, experimentell belegt und evidenzbasiert.

Medizinische Realität: Nicht jedes Tattoo ist gleich

In der Praxis entscheidet nicht die Laser-Technologie an sich, sondern das, was behandelt wird.

Schwarze, homogene Tattoos mit klassischen Carbon-basierten Pigmenten (Blackwork Tattoo) lassen sich mit dem hochwertigen BiAxis Nanosekunden QS Nd:YAG-System seit jeher effektiv behandeln.

Hier ist der Zugewinn durch Pikosekunden-Technologie zwar real, aber nicht zwingend notwendig, um ehrlich zu sein.

Sobald jedoch moderne Farb-Pigmente, organische Farbstoffe, Mischpigmente oder mehrfach überstochene (Cover-up) Tätowierungen oder bunte Permanent Make-up Pigmentmixturen ins Spiel kommen, verschiebt sich diese Situation.

Die Pigmentpartikel heutiger Hightech-Dispersionen (Tattoo & PMU Inks) sind kleiner, chemisch komplexer und reagieren deutlich sensibler auf thermische Effekte.

In diesen Fällen zeigen Pikosekunden-Laser, wie der BiAxis QS PICO Nd:YAG Laser eine überlegene Fragmentierung bei gleichzeitig höherer Gewebeschonung. Gleiches gilt für kosmetische Pigmente (PMU), Restpigmente und bisher therapieresistente Tätowierungen.

Pikosekunden -Laser

  • Pulsdauer: Pikosekunde (ps) bzw. < 1 ns
  • Wirkprinzip: photoakustisch
  • Pigmentfragmentierung: sehr fein
  • Wärmeausbreitung: minimal
  • Gewebeschonung: hoch
  • Schwierige Farben: sehr gut behandelbar
  • Sitzungsanzahl: häufig geringer
  • Risiko Hypopigmentierung: reduziert
  • Technologischer Stand: aktuell

Nanosekunden -Laser

  • Pulsdauer: Nanosekunde (ns) 5 - 20
  • Wirkprinzip: photothermisch/ -mechanisch
  • Pigmentfragmentierung: grob
  • Wärmeausbreitung: deutlich
  • Gewebeschonung: eingeschränkt
  • Schwierige Farben: limitiert
  • Sitzungsanzahl: häufig höher
  • Risiko Hypopigmentierung: erhöht
  • Technologischer Stand: etabliert

Biologische Konsequenzen: Die Pigment- und Fragmentgröße ist entscheidend

Pigment- und Fragmentgröße sind entscheidend. Die Größe der erzeugten Pigmentfragmente ist kein akademisches Detail, sondern biologisch relevant.

Fein fragmentierte Pigmentpartikel können effizienter durch Makrophagen aufgenommen und über das lymphatische System abtransportiert werden.

Gröbere Fragmente verbleiben häufiger länger im Gewebe, führen zu verzögerten Aufhellungen oder durch erhöhte Laser-Energieparametern zu inflammatorischen Reaktionen.

Aus diesem Grund ist die oft beobachtete Reduktion der Sitzungsanzahl bei Pikosekunden-Lasern keine „Marketing-Story“, sondern eine logische Folge der Fragmentationsphysik.

Hinzukommt, dass die mit der Stress-Relaxation-Time verbundene Pico-Impulsdauer vor allen Dingen bei kleineren modernen Pigmenten und Partikeln relevant und effizient ist.  

Warum manche bunte Problem-Pigmente mit dem Pico-Laser oftmals trotzdem erreichbar sind

Blaue, weiße, grüne und braune Tattoo- und Permanent Make-up (PMU)-Farben gelten oft als besonders therapieresistent. Allerdings mit einem entscheidenden Vorbehalt.

Die sichtbare Farbe lässt keinen zuverlässigen Rückschluss auf die zugrunde liegende Pigmentchemie zu.

Modernes Pigmnet-blau basiert häufig auf Kupferphthalocyanin, Weiß hingegen auf Titandioxid, teils mit Calciumcarbonat oder Bariumsulfat als Zusatzstoff. Pigment-grün kann auf Phthalocyanin oder Chromoxid als Einzelpigment beruhen, ebenso gut aber auch eine Mischung aus Blau- und Gelbanteilen sein (klassische Farblehre).

Ein echtes Pigment-braun ist in Reinform meist anorganisches Eisenoxid. In der Tattoo-Praxis aber häufig eine Mischung mehrerer Grundpigmente (z.B. rot, grün und  schwarz oder gelb, blau, rot, weiß).

Ohne Kenntnis der tatsächlichen Ink-Formulierung des jeweiligen Herstellers lässt sich diese Unterscheidung von außen nicht treffen. Ein Umstand, der bei jeder Lasertherapie nicht nur in die Risikobewertung mit einfließen, sondern wenn möglich auch echte Recherche-Arbeit beinhalten sollte.

Der entscheidende Unterschied zwischen NANO und PICO Laser-Impulsen liegt hierbei aber nicht nur in der thermischen, sondern vor allem in der mechanischen Wirkung auf das Pigmentpartikel.

Jedes Tattoo-Pigment hat neben seiner Thermal Relaxation Time (TRT), der Zeit, in der aufgenommene Wärme ins umliegende Gewebe abfließt, auch eine deutlich kürzere Stress Relaxation Time (SRT). Die Zeit, die eine im Pigment-Partikel erzeugte Druckwelle braucht, um sich akustisch zu entspannen.

Nanosekunden Laser-Impulse liegen meist noch oberhalb dieser SRT, wodurch die Wirkung überwiegend photothermisch bzw. photomechanisch bleibt und entsprechend stark von einer guten Absorption abhängt.

Pikosekunden Laser-Impulse unterschreiten diese SRT zusätzlich deutlich. Die Folge ist ein ausgeprägtes Stress-Confinement, bei dem sich innerhalb des ultrakurzen Pulses eine hohe mechanische Spannungsspitze im Partikel aufbaut (K. Kasai, 2017).

Für schlecht absorbierende Pigmente bedeutet es, dass auch eine vergleichsweise geringe absorbierte Energiemenge ausreichen kann, um über diesen mechanischen Weg das Pigment-Partikel zu zersprengen. Unabhängig davon, wie ideal die Wellenlänge zur Pigmentchemie passt.

Das erklärt, warum der BiAxis QS PICO Nd:YAG Laser bei Problemfarben wie Blau, Weiß, Grün und Braun oftmals sichtbar wirksamer sein kann als der BiAxis NANO QS Nd:YAG Laser, obwohl beide Systeme dieselben zwei Wellenlängen (1064/ 532nm) nutzen.

Ein weiterer klinisch relevanter Punkt sind paradoxe Farbumschläge während der Behandlung, etwa von Weiß zu Grau oder Schwarz zu Braun.

Diese entstehen häufig durch Reduktionsreaktionen am Metalloxid-Pigment. Bei Titandioxid etwa durch die Bildung dunklerer, unterstöchiometrischer (zu wenig Sauerstoff) Titanoxide.

Ein solcher Umschlag ist nicht zwangsläufig ein Rückschlag, da das entstehende dunklere Folgeprodukt teils deutlich besser bei 1064nm absorbiert und dadurch wieder zugänglicher für klassische, absorptionsgetriebene Lasertherapie wird.

Eine Garantie ist das aber nicht. In der Praxis zeigt sich dieser Umschlag selbst bei vergleichbarem Ausgangsmaterial und ähnlichen Behandlungsparametern uneinheitlich. Mal deutlich, mal gar nicht, ohne dass sich das bislang auf eine einzelne Ursache zurückführen lässt.

Wir gehen davon aus, dass hier mehrere Faktoren zusammenspielen. Darunter die konkrete Ink-Formulierung, die Pigmenttiefe im Gewebe und die tatsächlich applizierte Impulszahl. Man kann das aber nach aktuellem Stand der Laser-Wissenschaft leider nicht zuverlässig auseinanderhalten.

Wie viel Energie ein bestimmtes Pigmentpartikel einer bestimmten Größe tatsächlich benötigt, um über den SRT-Mechanismus zu zersplittern, und unter welchen Bedingungen ein Farbumschlag zuverlässig zu einem besseren Behandlungsergebnis führt, ist bislang wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Deshalb verzichten wir hier bewusst auf plakative Leistungsvergleiche oder pauschale Erfolgsversprechen. Genau diesen offenen Fragen gehen wir aktuell gemeinsam mit Universitäten nach.

Sicherheit, Risiken und Nebenwirkungen sind kein Nebenschauplatz

Mit zunehmender thermischer Belastung steigen Risiken wie Postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH), Texturveränderungen der Haut und je nach Pigmentart auch immunologische Reaktionen.
 
Pico-Laser reduzieren diese Risiken nicht per se, aber sie verschieben die Sicherheitsmarge zugunsten des Laser-Anwenders.
 
Insbesondere bei dunkleren Hauttypen, empfindlichen Hautarealen und problematischen Pigmenten.
 
Q-switched Nano-Laser erfordern in diesen Situationen mehr Erfahrung, konservativere Parameter und eine klarere Indikationsstellung.
 
Das ist auch ausschlaggebend bei der Überlegung, wer den Laser später am Kunden/ Patienten anwenden soll in Bezug auf die Arzt-Delegation. 

Wirtschaftlichkeit und Praxisrelevanz haben die häufigsten Denkfehler

Ein häufiger Fehler ist die isolierte Betrachtung des Laser-Anschaffungspreises.
 
Wirtschaftlich relevant sind in der Gegenüberstellung aber die:
 
  • Anzahl der Sitzungen pro Kunde/ Patient
  • Behandlungsdauer
  • Komplikationsquote
  • Patientenzufriedenheit
  • Weiterempfehlung
  • Reputation der Praxis
 
Ein günstigeres Laser-System mit höherem Bedarf an Laser-Sessions und größerem Risiko kann langfristig teurer werden als ein technisch überlegenes System mit höherer Erstinvestition.
 
Umgekehrt gilt aber auch, dass sich Pikosekunden-Technologie nur rechnet, wenn sie indikationsgerecht eingesetzt wird und tatsächlich gebraucht wird. Über den Social-Media-Post übrigens hinaus. 
Die richtige Frage lautet nicht: „Welcher Laser ist besser?“
 
Sondern: „Welche Technologie passt zu meinem Behandlungsspektrum, meinen Patienten und meiner Praxisstrategie?“
 
Genau an dieser Stelle setzt Doctare-Laser an. Unsere Rolle besteht in der Bewertung statt dem Verkauf.
 
Doctare-Laser versteht sich nicht als klassischer Laser-Verkäufer mit pauschalen Empfehlungen. Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen, ob und unter welchen Bedingungen ein BiAxis QS Pico oder BiAxis Nano QS Nd:YAG Laser-System für Ihre Praxis sinnvoll ist. 
 
Im Fall des BiAxis-Lasersystems bedeutet das konkret: Eine ehrliche Einschätzung, ob der technologische Mehrwert für Ihre Indikationen relevant ist und wie sich die Investition realistisch amortisieren lässt. 
 
Unsere klare Empfehlung lautet daher immer: Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Herstellerangaben oder Verkaufsgespräche.
 
Sprechen Sie mit Kollegen und BiAxis-Anwendern (vielleicht sogar mit ihren Laserkunden), die täglich mit dem System arbeiten.
 
Reale Anwenderberichte liefern mehr Entscheidungsrelevanz als jede Broschüre.
 
Gerne stellen wir den Kontakt für Sie her.

Entscheidungslogik in der Praxis - wir unterstützen

  • Porträt-Dr.-Birgit-Farthmann-Copyright-2016-DocTattooentfernung-231x300
    "Super nette, professionelle und kompetente Beratung sowie Begleitung und Problemlösung bei der Laserbehandlung. Ich habe den BiAxis NANO als auch den BiAxis PICO Nd:YAG seit Jahren erfolgreich in Spanien im Einsatz." 

    Dr. med. Birgit Farthmann

    Centro Médico de Dermatología y Láser - Polencia
  • Portrait Dr. Kathrin Friedl Copyright 2019 DocTattooentfernung
    "Ich entferne seit über 10 Jahren Tattoos in meiner Praxis in Regensburg. Der BiAxis PICO Nd:YAG Laser ist inzwischen mein 3. Lasersystem und zweiter Pico-Laser und der mit Abstand absolut beste Tattoo-Laser. Preis, Leistung, Service und erfolgreiche Behandlungsergebnisse stimmen hier wirklich mal überein."

    Dr. med Kathrin Friedl

    Privatpraxis für Dermatologie, Ästhetik und Lasermedizin Dr. Friedl
  • Portrait-Dr-Gerrit-Reppenhagen-Copyright-2016
    Ich habe zwei BiAxis NANO Nd:YAG Laser im Einsatz und bin mehr als zufrieden. Hohe Leistung, kleine Bauform, schneller Startvorgang. Tolle Laserergebnisse bei Pigmentflecken und Tattooentfernung. Auch wenn das Design manch einen an die Mittelarmlehne aus einem AT-M6 Walker erinnern könnte, gibt es keine Beanstandungen. "  

    Dr. med. Gerrit Reppenhagen

    Chirurgie Dr. Reppenhaben
  • Portrait Dr. Martin Ihle Copyright relase Laserpraxis Berlin for Doctare Laser 2025
    "Langjährige Erfahrung mit Laserbehandlung zur Tattooentfernung. Beratung und Gerätevertrieb mit sehr individueller Betreuung. Immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und Medizin und der gesetzlichen Änderungen im Fachgebiet. Sehr zu empfehlen."

    Dr. med. Martin Ihle

    relase Laserpraxis Berlin
  • Logo LASERMEDICA Laserzentrum Dresden Dr. Passin Copyright for Doctare Laser 2025
    "Zuverlässige Technik, sehr gute Behandlungsergebnisse und glückliche Kunden und immer einen kompetenten Ansprechpartner."

    Dr. med. Stephan Passin & U. Teuber

    LASERMEDICA Laserzentrum Dresden
  • Portrait Dr. Andreas Hagelmeyer Tattoodoktor AT Foto Copyright Doctare Laser 2025
    "Der BiAxis NANO Q-switched Laser ist bei mir täglich im Einsatz und hat mich nach jetzt bereits 2,5 Millionen Laserimpulsen nie im Stich gelassen. Alles in allem erhält der BiAxis eine klare Empfehlung von mir. Vor allem auch, weil er eine ausgezeichnete Wirtschaftlichkeit bietet.“

    Dr. med. Andreas Hagelmeyer

    Der Tattoodoktor AT
  • Portrait Martina Lehnhoff Foto Copyright SkinWorks Akademie for Doctare Laser 2025
    "Der BiAxis NANO QS Laser überzeugt auf ganzer Linie durch einfache Anwendung bei optimaler Leistung. Der Service bei Wartung oder auftretenden Fragen ist schnell und äußerst effektiv."

    Martina Lehnhoff

    SkinWorks Akademie & Piercing Schule
  • Portrait Prof. Dr. Julia Welzel Copyright Uni Augsburg for Doctare Laser 2021_25
    "Der BiAxis NANO QS Nd:YAG Laser stellt eine ideale Ergänzung unseres Laserspektrums dar, da wir mit ihm sowohl Lentigines als auch verschiedene Arten von Tätowierungen behandeln können. Er ist zuverlässig, klein, handlich und einfach in der Anwendung, was insbesondere in der Klinik wichtig ist, wo verschiedene Ärzte den Laser nutzen."

    Prof. Dr. med. Julia Welzel

    Universitätsklinikum Augsburg - Dermatologie